Laponia –  das Welterbe Lapplands

Ein 9 400 km 2 großes Gebiet mit tiefen Wäldern, hohen Bergen und weitgestreckten Mooren wurde 1996 zum Welterbe ernannt. Hier gibt es sowohl die lebendige samische Kultur mit den traditionellen samischen Erwerbszweigen als auch mehrere Nationalparks und Naturreservate. Laponia ist das einzige kombinierte Natur- und Kulturerbe des Nordens und eins von nur Vieren, das noch von Ureinwohnern besiedelt ist.

Der Gesamteindruck von Laponia ist Vielfalt – die Vielfalt von Naturgebieten, Klimagebieten, naturgeografischen und geologischen Formationen, Pflanzengemeinschaften, Pflanzenarten, Tierarten und der Beziehungen der Menschen zu diesem Land. An diese abwechslungsreiche Natur  hat der Mensch sich in langen Zeiträumen angepasst und sie auf vielfältige Art und Weise genutzt. Er hat sein Leben entsprechend der vorhandenen Natur- und Landschaftsgegebenheiten geformt.

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Verschiedene  Landschaften
Auf den 200 km von Osten nach Westen weist Laponia eine einzigartige Biotopenvielfalt auf.
Dazu gehören  die Nationalparks Sarek, Stora Sjöfallet, Padjelanta und Muddus, die Naturreservate Sjaunja und Stubba, Teile des Kvikkjokk-Kabla-Massives, Sulitelma und das Delta des Rapa-Tales.

Sjaunja und Muddus im Osten bilden eine Ebene, die auf abgeflachtem Urgebirge liegt. Das Gebiet ist die größte zusammenhängende Moorlandschaft des Landes mit unberührten Fichten- und Kiefernwäldern. Im Mai und Juni sieht man scharenweise Singschwäne, verschiedene Entenarten, Watvögel und Wanderfalken.

Gegen Westen hin erhebt sich das geologisch jüngere Fjällgebirge, immer höher und wilder, je weiter man in die Nationalparks Sarek und Stora Sjöfallet hineinkommt. Nirgendwo in Schweden gibt es mehr Gletscher als hier - ungefähr 100. Dieses Land gehört Luchs, Vielfraß und Bär und der Elchstamm des Sarek ist sehr zahlreich mit besonders großen Tieren. Der westlichste Teil der Fjällgebirgskette ist die kalkreiche, fruchtbare Hochebene Padjelanta mit einer intressanten Flora. In einem der seltenen ”Lemming-Jahre”, wenn es die kleinen hamsterähnlichen Tiere scharenweise gibt, lassen sich Polarfuchs, Sturmmöwe und Schneeeule häufiger blicken.

Die Nutzung der Landschaft
Für die Samen, die das Laponiagebiet nutzen, ist es ihr Land in dem sie mit ihren Rentieren leben und in dem ihre Ahnen gelebt haben. Man hat es jahrtausendelang besiedelt und bewahrt, sogar schon vor 10 000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit. Hier leben und arbeiten heute Samen aus neun ”Samedörfern” (wirtschaftliche Organisationen). Sie folgen den Zügen der Rentiere zu den Weidegründen der verschiedenen Jahreszeiten. Die Waldsamen halten ihre Rentiere innerhalb der Waldgebiete, während die Rentiere der Fjällsamen in ost-westliche Richtung vom Waldgebiet in die Berge ziehen.
Die ältesten bekannten Spuren von Menschen stammen von vor 8000 Jahren und liegen an den großen Fjällseen. Alte Siedlungen  erkennt man hauptsächlich an Feuerplätzen und Vorratsgruben. Hunderte Fallgruben weisen auf die Bedeutung der Jagd hin.

Die Rentiere äsen im Winter in den flechtenreichen Lichtungen der Nadelwälder im Osten. Im Frühling finden sie ihre Nahrung in höheren Gebieten an der Baumgrenze. Ende April ziehen die Herden weiter nach Westen in die hohen Berge. Hier müssen die Rentiere Fett ansetzen und die Kälber müssen wachsen, um den Winter überstehen zu können. Im August kehren sie zu den Gegenden an der Baumgrenze zurück – in das Herbstweidegebiet. Im Dezember werden die Rentiere zu ihren Winterweideplätzen in die Waldgebiete getrieben.

Das Welterbe Laponia ist eine Konstruktion und entspricht nicht der samischen Sicht von Landeinteilung. Trotzdem hat man von samischer Seite die Ernennung des Welterbes Laponia begrüßt, weil dort der Wert der lebendigen samischen Kultur und der samischen Kulturlandschaft betont wird. Die Ernennung verpflichtet ebenfalls alle Betroffenen, sich dafür einzusetzen, dass sich die samische Kultur weiterentwickeln kann und in lebendiger Form erhalten wird.